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Alles nur ein Spiel

Sieg und Niederlage. Diese beiden Seiten, die das Ende vieler Kriege markieren, lernen Kinder schon früh beim Spielen kennen. Ein jeder Wettkampf – und sei es nur eine Partie „Mensch ärgere Dich nicht“ – begeistert seine Teilnehmer gerade durch die mit Glück und Erfolg verbundenen Gefühle. Auseinandersetzungen nach bestimmten Regeln zu führen, wird mit den auf dem Spiel stehenden Konsequenzen allerdings immer schwieriger. Was würde passieren, wenn man das Kriegsspiel auf eine andere Ebene hebt und ein ganzes Militär aus Kindern aufbaut? Dieser Frage widmet sich Ender’s Game – Das große Spiel. Die Hollywood-Verfilmung des gleichnamigen Science-Fiction-Romans von Orson Scott Card läuft diese Woche in den deutschen Kinos an.

Der titelgebende Held des Films ist Andrew „Ender“ Wiggin, ein Junge, der nur zu einem Zweck geboren wurde: An der Militärschule soll er zu einem erfolgreichen Soldaten ausgebildet werden und zur Rettung der Erde beitragen. Der Heimatplanet der Menschen ist in großer Gefahr. Insektoide Aliens namens „Formics“ haben die Erde angegriffen. Ihre Invasion konnte unter immensen Verlusten zurückgeschlagen werden. Das Ziel der „Internationalen Flotte“ ist es nun, die herausragendsten Talente so früh wie möglich zu erkennen und sich mithilfe ihrer Fähigkeiten für die nächste Schlacht zu rüsten. Dass besondere Begabung Probleme für ihren Träger und dessen Mitmenschen birgt, muss Ender schnell und erbarmungslos lernen. Um sein Ziel, das ihm von Colonel Hyrum Graff stetig eingebläut wird, zu erreichen und der Beste zu werden, muss er sich in verschiedenen Disziplinen beweisen. Die Uhr tickt, denn auch der Gegner rüstet sich für seinen nächsten Angriff. Im Angesicht der Bedrohung ist eben nicht alles nur ein Spiel.

Im Zuge der Verfilmung seines Buches wurde über Autor Orson Scott Card viel und heftig diskutiert. Bei seinen homophoben Äußerungen kann ich nur den Kopf schütteln. Die Schauspieler des Films schließen sich da weitestgehend an, allen voran Harrison Ford, der die Zuschauer darum bat, das Werk von Regisseur Gavin Hood nicht unter diesem Aspekt zu betrachten. Seinen Wunsch habe ich mir zu Herzen genommen, auch da ich die Buchvorlage nicht gelesen habe. Man möge es mir deshalb nachsehen, wenn ich den Film nicht auf seine Treue zum Original hin analysieren kann. Was ich mir kürzlich immerhin zu Gemüte geführt habe, ist die erste Hälfte der Comicadaption des Buchs, die auf Deutsch bei Panini Comics erschienen ist (Link zur Produktseite auf der Webseite des Verlages). Diese empfand ich als sehr gelungen.

Zurück zum Film. Während der gesamten Spielzeit von etwas unter zwei Stunden hat mich Ender’s Game gut unterhalten. Die Spezialeffekte sind qualitativ absolut hochwertig und verleihen dieser Zukunftsvision ein individuelles Aussehen. Das Design der überdimensionierten, außerirdischen Käfer und der verschiedenen Raumschiffe gefiel mir gut. Die Höhepunkte des Films liegen für mich ganz klar in den Weltraumschlachten. Diese und ein paar interessante Auseinandersetzungen im sogenannten „Kampfraum“, in dem Ender und seine Mitkadetten in der Schwerelosigkeit in einem Kriegsspiel gegeneinander antreten müssen, sorgen für Kurzweil. Das „Gedankenspiel“, mit dem sich Ender in seiner Freizeit beschäftigt, ist komplett und so gekonnt computeranimiert, dass man sich fragen möchte, ob man nicht im gesamten Film auf Schauspieler hätte verzichten können.

Was die Geschichte betrifft, lässt mich das Gefühl nicht los, dass einiges an Potenzial verschenkt wurde. Bei all der klaren, bunten und sehr sterilen Optik wirkt das Geschehen oftmals ungreifbar. Das durchweg hohe Erzähltempo lenkt die Aufmerksamkeit der Zuschauer hastig von einem Charakter zum nächsten. Kurze, aber wichtige Szenen geraten dadurch zu schnell in Vergessenheit. Konflikte werden dargestellt, allerdings nicht vertieft. Genaue Informationen zu den Beweggründen der einzelnen Personen, werden keine vermittelt. Die Rettung der Welt ist ein nobles Ziel. Bei all der Fokussierung auf Planung und Vorbereitung und Betonung der verheerenden Folgen des ersten Alien-Angriffs, erscheint es mir jedoch als alleiniges Motiv für viele Figuren als zu schwach.

Der Film raubt selbst der Hauptfigur einige ihrer wichtigsten Facetten. Das sehe ich schon daran, dass der Comic mehr davon offenbart. Schuld daran trägt nicht allein das Drehbuch. Asa Butterfield macht seine Sache als Ender nicht schlecht. Dass es bessere Jungtalente gibt, die unterschiedliche Emotionen differenzierter darzustellen wissen, beweisen sein Schaupielkollege Conor Carroll, der sich als Bernard weit wandelbarer zeigt und Fernsehserien, wie In Treatment (Link zu Wikipedia). Gerade in Anbetracht der wenigen Zeit, in der Ender große Veränderungen durchmacht, hätte ich mir tiefere Einblicke in seine Persönlichkeit gewünscht. Harrison Ford wirkt in der Rolle des strengen und vom Sieg besessenen Colonel Graff nicht so, als sei die Rolle eine besondere Herausforderung für ihn gewesen. In seinem Fall vermute ich, dass Regisseur und Drehbuchautor Gavin Hood ihm den Raum zum Ausbau der Figur genommen hat. Ben Kingsleys Auftritt ist kurz. Er geht mit dem Rest der Besetzung im Geschehen unter.

Die größte Enttäuschung von Ender’s Game ist für mich die musikalische Untermalung. Als ausgesprochener Fan von Komponist Steve Jablonsky fällt mir diese Aussage besonders schwer. So treffsicher er sich bei Gangster Squad (Link zu IMDB) oder seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Michael Bay zeigt, so sehr liegt er bei Ender’s Game für meine Ohren daneben. Der Mann, der markante Titelmelodien für große Bombastfilme wie Transformers (Link zu IMDB) geschaffen hat, bedient sich bei seinem neuesten Score dem gleichen Violinensolo, mit dem One Republic (Link zu Wikipedia) ihrem vielgenutzten Lied „Secrets“ die besondere Note verliehen haben. Mit dem sich endlos wiederholenden Thema und Varianten davon werden die ruhigen Szenen wortwörtlich vergeigt. Einzig bei den großen Kampfszenen des Films weicht der Tondichter davon ab und lässt erkennen, zu was er ohne fremde Inspiration in der Lage ist.

Wer tiefer in das „Enderverse“ einsteigen möchte, ist mit Comic oder Buch sicher besser bedient. Aller Schwächen zum Trotz bietet Ender’s Game unterhaltsames, solides Science-Fiction-Kino. Dieser Film ist kein Meilenstein. Zur Verkürzung der Wartezeit auf kommende Genrewerke, ist er allemal gut geeignet.

Eiserne Helden und falsche Schurken

Da war es wieder! Dieses unangenehme Gefühl und die dazugehörigen Worte, die sich in meinem Kopf formten: „Nein! DAS ist NICHT …!“ Die Rückkehr der nagenden Enttäuschung, die sich festsetzt und die nach dem Ende eines Films nicht aufhört im Hirn zu rotieren. Ganz schlimm erging es mir vergangenen Herbst bei The Dark Knight Rises (Link zu IMDB), nach dessen Ende sich dieses Gefühl in andauernde Wut verwandelte, die nach wie vor durchbricht, wenn man mich auf besagten Film anspricht. Ganz so dramatisch war es dieses Mal glücklicherweise nicht, aber seit ich Iron Man 3 gesehen habe, frisst sich wieder ein gewisser Unmut in meinen Gedanken fest und je mehr ich nachdenke, desto geringer wird leider die Chance, dass ich ihn wieder loswerde.

Was habe ich mich auf diesen Film gefreut! Nach drei Wochen mit Thrillern, die einfach nicht spannend sein wollten, ließ die Aussicht auf knallige Superheldenaction große Hoffnungen in mir aufkeimen. Viel wurde schon geschrieben und gesagt zum neuen Marvel-Streifen. Einiges hatte ich gelesen und noch mehr ignoriert, schließlich wollte ich unbefangen an die Sache herangehen – zumindest soweit es mir als Comicleser und Fan des Helden in der eisernen Rüstung möglich ist. Meiner Vorfreude wurde der Film am Ende leider nur bedingt gerecht. Im Folgenden erkläre ich warum und warne hiermit Leser, die den Film noch nicht gesehen haben und ihn noch sehen wollen, ausdrücklich vor Spoilern, die ich an entsprechender Stelle kennzeichne, ohne die ich in diesem Fall aber nicht auskomme.

Die Story von Iron Man 3 ist im wachsenden Mavel-Filmuniversum nicht nur nach Iron Man 2, sondern auch nach The Avengers angesiedelt (Links zu IMDB). Tony Stark, der Mann im rot-goldenen Kampfanzug, leidet seit seinem gemeinsamen Einsatz als Teil des Superhelden-Teams unter Angstattacken. Die Ereignisse in New York und das Zusammentreffen mit den außeririschen Chitauri haben ihn geprägt. Seitdem tüftelt er noch verbissener an Verbesserungen für seine Iron-Man-Rüstung. Zusätzlich holt ihn die Vergangenheit in Form des ambitionierten und skrupellosen Wissenschaftlers Aldrich Killian ein, der ein Supervirus namens „Extremis“ (weiter)entwickelt hat, mit dem gewöhnliche Soldaten zu Supersoldaten mutiert werden können. All dies scheint in Zusammenhang mit einem neuen Superschurken zu stehen, der sich „Der Mandarin“ nennt und regelmäßig Drohbotschaften an ganz Amerika entsendet. Als Iron Man persönlich angegriffen wird, nehmen die Dinge ihren Lauf.

Iron Man 3 präsentiert sich als Abschluss einer Trilogie und als Abschluss der Storyline Extremis (Link zu Wikipedia), die aus dem Marvel-Comicuniversum übernommen wurde und von der Teile in allen drei Iron-Man-Filmen verwendet wurden. Extremis umfasste zwar nur 6 Hefte, bot aber eine gewaltige Fülle an Inhalten. Wer daran zweifelt, was man alles in ein einziges Comicheft packen kann, für den ist diese Geschichte ein perfektes Gegenbeispiel. Generell kann ich diesen Comic nur empfehlen, von dem vor Kurzem anlässlich des Films eine Neuauflage auf Deutsch bei Panini Comics erschien (Link zur Produktseite auf der Panini-Webseite).

Das Problem von Comic- oder Buchverfilmungen, die eine konkrete Vorlage heranziehen, ist stets der schmale Grad zwischen Originaltreue und den für das Medium Film und ein breiteres Publikum nötigen Änderungen. Es gibt viele Werke, die diesen Balanceakt bravourös meistern. Von geradezu akribischer Originaltreue bei The Green Mile über eine gute Mischung wie bei Kick-Ass bis zu Filmen, die nur eine Basis heranziehen um daraus ein neues, viel größeres und eigenständiges Konzept zu machen. Ein sehr gutes Beispiel für letztere Gattung ist RED, der nach ca. 20 Minuten zu Ende gewesen wäre, hätte man nur die Comicvorlage verfilmt. Bisher haben auch die allermeisten der bisherigen Marvel-Filme den Spagat zwischen Mainstream und Comicvorlage sehr gut vollführt. Ausnahmen bilden für mich lediglich Spider-Man 3 und X-Men: First Class. Nun reiht sich hier leider Iron Man 3 ein. Keiner dieser Filme hat mich jedoch so sehr enttäuscht, wie The Dark Knight Rises, denn nichts ist so schlimm wie der auf Minimalgröße geschrumpfte und statt mächtigem Venom Schmerzmittel inhalierende Bane, aber lassen wir das. Der gehört ja auch in ein anderes Comicuniversum. (Links in diesem Absatz zu IMDB)

Zurück zum Eisenmann. Tatsächlich wurden viele Elemente der Extremis-Storyline in den Film übernommen, was ich mit großem Wohlwollen zur Kenntnis nahm. Auch fielen mir die vielen Verweise auf die anderen Marvel-Filme positiv auf. Ich habe wirklich nichts gegen diverse Interpretationen und Abweichungen vom Comic. Ein Film muss sich einer Vorlage nicht einhundertprozentig unterwerfen, um deren Botschaft adäquat zu vermitteln. Ausschlaggebend ist für mich weniger die absolute Treue zur Geschichte, als vielmehr zu den Charakteren. Genau dies ist die Achillesverse von Iron Man 3, genauer gesagt: es ist der Mandarin.

(Spoilerwarnung!)

Das ungute Gefühl beschlich mich schon, beim ersten Auftritt des Mandarin im Film, denn eine Darstellung als „Aushilfs-Bin-Laden“ passt überhaupt nicht zu diesem Charakter. Der Mandarin ist der älteste und mächtigste Erzfeind von Iron Man. Er kommt aus China, stammt von Dschingis Khan ab und besitzt übermenschliche geistige und physische Fähigkeiten. Seine Waffe sind zehn magische Ringe, die er nur dank seiner immensen Geisteskraft und intensivem Training nutzen kann. Jeder Ring hat eine eigene, zerstörerische Kraft. Das immerwährende Ziel des Mandarin ist die Eroberung der Welt. So viel zur Comicvorlage.

Wer Iron Man 3 gesehen hat, wird meine Enttäuschung in Anbetracht der Stärke der Comicfigur hoffentlich verstehen, denn der Film-Mandarin hat nichts – oder besser: ÜBERHAUPT NICHTS – von der eigentlichen Figur. Im Film wird der Mandarin zur Fassade degradiert, ein Stich ins Herz eines jeden Fans, zumal um die Figur im Vorhinein ein Riesenwirbel gemacht wurde. Plakate wurden veröffentlicht und zur Interpretation durch die Fans freigegeben. Auf diesen waren die zehn Ringe deutlich zu sehen. Diese sind im Film nur leider überhaupt nicht von Bedeutung. Der ganze Mandarin ist am Ende überhaupt nicht von Bedeutung.

Bezeichnend für die Situation ist ein kurzer Dialog zwischen Iron Man und War Machine zu diesem Thema:
War Machine: „DAS ist der Mandarin?“
Iron Man: „Ja, ich weiß. Irgendwie lächerlich.“

Ich kann Iron Man nur zustimmen, denn dieser Mandarin IST lächerlich und ich als Fan kann darüber überhaupt nicht lachen. Zumal es weder der Story noch dem allgemeinen Verständnis geschadet hätte, den Mandarin mit Superkräften auszustatten und ihm die Rolle zuzugestehen, die ihm gebührt. Der Plottwist, ihn als Betrüger zu entlarven, ist unschön und unnötig. Zu gut ist auch Ben Kingsleys Darstellung der Figur. Man kann keinesfalls den Schauspieler für den Untergang der Rolle verantwortlich machen. Die Verantwortung tragen allein die Drehbuchautoren. So viel hätte man aus diesem Charakter machen können! Der Mandarin hätte das Potenzial gehabt, als Superschurke und ultimativer Gegner über mehrere Filme aufgebaut zu werden, ähnlich wie man es mit Loki, dem Gegenspieler von Thor, macht. Diese und viele weitere Chancen wurden mit Iron Man 3 vertan.

Es war zwar größtenteils, aber nicht nur der Mandarin, der bei mir zur Verankerung von unguten Gefühlen während des Films führte. Auch die Iron-Patriot-Rüstung ist komplett fehl am Platz und wird von den Autoren nur als Mittel für Ihre Zwecke missbraucht. War Machine bleibt War Machine und James Rhodes hat in den Comics nichts mit der Iron-Patriot-Rüstung zu schaffen. Der Iron Patriot war einst Norman Osborn, der Erzfeind von Spider-Man. Dass die Geschichte um den Superschurken in der eisernen Rüstung die Grenzen des Films gesprengt hätte, ist klar. Der Rüstungswechsel von War Machine ist aber trotzdem völlig unnötig. Man hätte ihm die alte Rüstung lassen und auf den Iron Patriot verzichten können. Die eiserne Hülle im Design der amerikanischen Flagge dient in Iron Man 3 nur zur Verdeutlichung von fragwürdigen Rettungsaktionen im Namen der Vereinigten Staaten und um den Präsidenten im Endkampf standesgemäß „verpacken“ zu können. Wenigstens wurde die Rüstung kurz von Bösewicht Aldrich Killian entführt, obwohl der im Comicuniversum genauso wenig wie Rhodes mit dieser Rüstung zu tun hat, was den Iron Patriot aber zumindest für einen kleinen Moment die Seiten wechseln lässt. Ein schwacher Trost.

Generell kann ich keinem der Schauspieler einen Vorwurf machen. Robert Downey Jr. ist und bleibt wie geschaffen für die Rolle des unsympathischen und aufschneiderischen Tony Stark und Guy Pearce ist herrlich fies als Aldrich Killian. Wie bereits erwähnt passt eigentlich auch Ben Kingsley perfekt für die Rolle des Mandarin. Das Grundproblem des Films liegt im Drehbuch, bei dem Regisseur Shane Black gnadenlos seine Spuren hinerlassen hat. Prinzipiell spricht nichts dagegen, eine existierende Storyline auseinanderzunehmen und neu zu interpretieren, man sollte sie sich aber auch nicht auf Biegen und Brechen untertan machen. Iron Man darf coole Sprüche reißen, in Iron Man 3 war es mir aber fast schon zu viel des Guten. Der Regisseur schreckt zusätzlich nicht davor zurück, sich selbst in einem in meinen Augen völlig unpassenden Moment selbst ein Denkmal zu setzen. In Erinnerung an seine Lethal-Weapon-Filme gibt es einen unsäglichen Dialog zwischen Tony Stark und James Rhodes hinter einer Deckung, bei dem die beiden über ihre Lage und über Waffen diskutieren. In einer solchen Situation wäre mir geradlinige Action lieber gewesen. Alles in allem habe ich das Gefühl, dass der Regisseur den Film teilweise für ein paar markige Sprüche mehr unnötig in die Länge zieht. Dies nimmt der Geschichte leider auf Dauer die Spannung und die Überraschungen. Bis Tony Stark herausfindet, dass es die Supersoldaten selbst sind, die explodieren, hat es der Zuschauer schon zehnmal selbst begriffen und wartet sehnsüchtig auf den befreienden Endkampf. Amerikakritik und flotte Dialoge in allen Ehren, denn Shane Black beherrscht zweifellos beides, allein die Dauerbefeuerung unterminiert in diesem Fall das Können.

(Spoiler Ende)

Es sind nicht die Bilder, die enttäuschen – ganz im Gegenteil. Iron Man 3 bietet scharfe 3D-Bilder und sehr gut umgesetzte Actionszenen, bei denen die Tricks der Technik gezielt und gekonnt eingesetzt werden. Wer gedanklich nicht an irgendwelche Vorstellungen oder Vorlagen gebunden ist, dem werden die Dinge, die mir so furchtbares Kopfzerbrechen bereiten, wahrscheinlich gar nicht auffallen. Mir persönlich haben die Iron-Man-Filme von John Favreau besser gefallen. Sie hatten beide auch andere Drehbuchautoren.

Ich kann und will Iron Man 3 abschließend nicht als schlechten Film und auch nicht als vollkommene Enttäuschung bezeichnen. Es gibt ein paar sehr nette und treffende Szenen und einige Dinge aus der Extremis-Storyline wurden sehr gut und passend in den Film übertragen. Aus genannten Gründen will sich bei mir nur leider nicht dieses Hochgefühl einstellen, das mich nach einem exzellenten Film überkommt, obwohl ich beispielsweise den Endkampf mit den verschiedenen Rüstungen und dessen symbolische Bedeutung für die Zukunft und die Vergangenheit von Iron Man geradezu genial fand. Egal wie lange ich mit mir selbst im Geiste ringe, ein Gedanke blitzt immer wieder auf und ich kann mich nicht von ihm lösen: „Nein! DAS ist NICHT der Mandarin!“