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Friedliche Weihnachten

Der 23. Dezember. Für mich ist das der Tag, an dem jedes Jahr der Weihnachtsbaum geschmückt wird. Das ist bei mir in der Familie so Tradition und Traditionen soll man bekanntermaßen pflegen, besonders schöne wie diese. Ich mag den Duft, den der Weihnachtsbaum in der Wohnung verbreitet und wenn ich die Kugeln und die kleinen Figuren in den Baum hänge, erinnert mich das stets an meine Kindheit. Das habe ich schon immer gerne gemacht.

WeihnachtsbaumDoch bevor der Weihnachtsbaum geschmückt werden kann, muss er aufgestellt werden. Heute ist das alles kein Problem. Wir besitzen einen dieser praktischen Christbaumständer, die nur einen Hebel haben, mit dem man ein Seil festzurrt und damit auch die Halterungen für den Baum. Baum gerade halten, ein paar Mal auf den Hebel treten und fertig. Ratzfatz, tiptop.

Diese Art von Christbaumständern gibt es nun schon eine lange Zeit. Ich kann mich allerdings noch an Zeiten erinnern, als es nur Christbaumständer gab, in denen der Baum mithilfe von vier Schrauben befestigt wurde, von denen jede einzelne separat festgeschraubt werden musste. Das Procedere war langwierig und umständlich. Einer musste den Baum festhalten und der andere um den Ständer wetzen und die Schrauben festdrehen. Irgendwie stand der Baum nie im ersten Anlauf gerade und auch nicht im zweiten oder dritten.

Das Ganze führte regelmäßig zu Diskussionen. Hatte der Haltende gewackelt? Hatte der Schraubende etwa eine Schraube zu locker gelassen? In welche Richtung musste der Baum geneigt werden, welche Schrauben mussten verändert werden, damit der Baum gerade stand? Überhaupt: Wer hatte wie und wo eine Schraube locker?

Bevor man sich versah, waren alle Beteiligten wild und heftig am Diskutieren. Es dauerte eine ganze Weile bis der Baum so im Ständer stand, dass alle damit rundum zufrieden waren. Je mehr Perfektionisten an dem „Happening“ beteiligt waren, desto länger dauerte es und desto hitziger die Wortgefechte. Als Resultat wurde das Aufstellen des Baumes zum lästigen Unterfangen.

Beendet hat das alljährliche Drama um den Baum erst die Erfindung des besagten Christbaumständers mit dem Seilsystem. Seitdem ist das Weihnachtsbaumaufstellen völlig unproblematisch und schnell geschehen und man kann sich voll und ganz dem Schmücken widmen. Für mich persönlich ist diese Art von Christbaumständern deshalb – neben schnurlosen, batteriebetriebenen Christbaumkerzen – eine der besten Erfindungen rund um Weihnachten. Als ich meinen ersten eigenen Weihnachtsbaum aufzustellen hatte, habe ich mich natürlich sofort für einen stressfreien Christbaumständer entschieden. Baum- und sonstige Diskussionen sind absolut unnötig und der Weihnachtsstimmung nicht zuträglich.

Wenn ich mich heute an das alte „Ritual“ zurückerinnere muss ich trotzdem jedes Mal schmunzeln. Immerhin habe ich dadurch etwas zu erzählen und zwar wie aus stressigen Weihnachtsvorbereitungen friedliche wurden.